And the winner is….

Kay Morschheuser wird mit dem Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge 2020 ausgezeichnet.

Die Unfallforschung von Mercedes-Benz Lkw gibt es seit fast 50 Jahren. 32 Jahre war Kay Morschheuser in diesem Bereich mit dem Auftrag unterwegs, den Straßenverkehr sicherer zu machen. Zusammen mit seinem Team hat er maßgeblich die Entwicklung von Sicherheitsinnovationen wie dem Notbrems- oder Abbiege Assistent bei Daimler Trucks mitbeeinflusst.

Für seine Arbeit wird der langjährige Leiter Nutzfahrzeug-Unfallanalysen und Sicherheitsstrategien bei Daimler nun von der Europäischen Vereinigung für Unfallforschung und Unfallanalyse (EVU), dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und der Expertenorganisation DEKRA geehrt und mit dem Europäischen Sicherheitspreis Nutzfahrzeuge ausgezeichnet. Die offizielle Verleihung ist wegen der Corona-Pandemie auf das Jahr 2021 verschoben worden.

Die Nutzfahrzeug-Unfallforschung spielt bei Daimler Trucks eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, die aktive und passive Sicherheit im Lkw zu erhöhen. Detaillierte Unfallanalysen über das reale Unfallgeschehen sind eine wichtige Grundlage dafür, stets weitere Verbesserungen ins Fahrzeug einfließen zu lassen. So hat die Verkehrssicherheit im Nutzfahrzeugbereich in den vergangenen Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht.

Vorsprung durch Forschung

Was die Entwicklung von Sicherheits- und Assistenzsystemen anbelangt, nimmt Mercedes-Benz Trucks seit langer Zeit eine Vorreiterrolle ein. Zahlreiche Systeme waren dabei in den einzelnen Baureihen schon lange verbaut, bevor sie gesetzlich vorgeschrieben wurden. So führte Mercedes-Benz zum Beispiel bereits 1981 als erster Hersteller das Antiblockiersystem ABS für Lkw ein. Wenige Jahre später folgte die Antriebsschlupfregelung ASR. Zusammen mit der Einführung des ersten Actros im Jahr 1996 setzte Mercedes-Benz Trucks erneut Maßstäbe mit dem Elektronischen Bremssystem EBS. Im Jahr 2000 folgten der Abstandshalte-Assistent und der Spurassistent als weitere revolutionäre Sicherheitssysteme, 2001 dann das Elektronische Stabilitätsprogramm ESP für Lkw. Zusammen mit der zweiten Generation des Actros feierten im Jahr 2002 eine Rückrollsperre als Anfahrhilfe und der Bremsassistent Premiere.

2006 läutete der Active Brake Assist (ABA) eine neue Ära für Sicherheitsassistenzsysteme ein: Erstmals konnte ein Lkw selbstständig auf langsamer vorausfahrende Hindernisse bremsen. In den Folgejahren wurden die Funktionen des ABA konsequent erweitert. Heute kann der ABA 5 innerhalb der Systemgrenzen auch auf querende, entgegenkommende oder in der eigenen Spur laufende oder vor Schreck plötzlich stehenbleibende Personen mit einer Vollbremsung reagieren. Nicht vergessen werden darf schließlich der Abbiege-Assistent, der seit 2016 bei Mercedes-Benz Trucks ab Werk auf dem Markt erhältlich ist und dazu beitragen kann, Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden. Ab Juni 2021 bringt Mercedes-Benz Trucks als erster Hersteller einen sogenannten aktiven Abbiege-Assistenten auf den Markt, der den Fahrer nicht mehr nur vor auf der Beifahrerseite befindlichen und sich bewegenden Radfahrern, E-Scootern oder Fußgängern warnen kann, sondern bis zu einer eigenen Abbiegegeschwindigkeit von 20 km/h auch eine automatisierte Bremsung bis zum Stillstand des Fahrzeugs einleiten kann, sollte der Fahrer nicht auf die Warntöne reagieren.

Basierend auf den Analysen der Unfallforschung entstand schließlich auch die Idee zum Active Drive Assist, der seit 2018 erstmals in einem Serien-Lkw teilautomatisiertes Fahren erlaubt, sowie zur MirrorCam anstelle der herkömmlichen Haupt- und Weitwinkelspiegel. So unterschiedlich die Systeme auch sein mögen, eint sie doch eines: Allesamt schaffen sie ein möglichst sicheres Arbeitsumfeld für Lkw-Fahrer und helfen innerhalb der Systemgrenzen dabei, in der Hektik des Fahreralltags kaum vermeidbare menschliche Fehler am Steuer zu kompensieren – zum Nutzen aller Verkehrsteilnehmer.

Kay Morschheuser wird mit dem Europäischen Sicherheitspreis für Nutzfahrzeuge ausgezeichnet

Kay Morschheuser studierte in Hannover Maschinenbau, Fachrichtung Kraftfahrwesen und arbeite zum Ende seines Studiums in der Unfallforschung der Medizinischen Hochschule Hannover mit. Nach dem Abschluss 1988 begann er bei der Mercedes-Benz AG als Versuchsingenieur im Bereich Sicherheitsuntersuchungen Nutzfahrzeuge. In den 1990er-Jahren arbeitete er schwerpunktmäßig in der Airbag-Entwicklung von Lkw und führte in diesem Zusammenhang auch Lkw-Crashtests durch. Seit 1998 war er für Unfallanalysen und Sicherheitsstrategien in der europäischen Lkw-Entwicklung von Daimler verantwortlich. In dieser Funktion brachte er sich in unterschiedlichsten Zusammenhängen in die internationale Verkehrssicherheitsarbeit im Hinblick auf Nutzfahrzeuge ein. Ende Oktober 2020 trat er in die passive Phase der Altersteilzeit ein.

Wir verwenden Cookies

Damit wollen wir unsere Webseiten nutzerfreundlicher gestalten und fortlaufend verbessern. Wenn Sie die Webseiten weiter nutzen, stimmen Sie dadurch der Verwendung von Cookies zu.