Wir bündeln unsere Kräfte

Im April 2020 kündigte die Daimler Truck AG zusammen mit der Volvo Group die geplante Gründung eines neuen Joint Ventures an. Ziel ist die serienreife Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellensystemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern. Lesen Sie in einem gemeinsamen Statement von Martin Daum und Martin Lundstedt, warum wir glauben, dass das der richtige Schritt ist.

Ein wichtiges langfristiges strategisches Ziel unserer Industrie und Gesellschaft ist der Schutz unseres Klimas und die Verbesserung unseres ökologischen Fußabdrucks. Das geplante Joint Venture der Daimler AG und Volvo is ein Beleg für unsere Entschlossenheit, zum Erreichen dieses Ziels beizutragen.

Wir wissen, dass Transport und Logistik wesentlich zu Wachstum und Wohlstand von Gesellschaften beitragen. Wir wissen auch, dass eine wachsende Weltbevölkerung und immer mehr Großstädte zu weiter steigendem Transport-Bedarf führen. Diesem Bedarf müssen wir mit Lösungen begegnen, die nachhaltiger sind als die heutigen.

Die Elektrifizierung des Straßengütertransports spielt eine Schlüsselrolle auf dem Weg zur Erfüllung des sogenannten Green Deal, in ein CO₂-neutrales Europa und schlussendlich in eine CO₂-neutrale Welt. Neben batterie-elektrischen Fahrzeugen und erneuerbaren Kraftstoffen werden wir dazu auch Wasserstoff nutzen. Aus diesem Energieträger können wir im Fahrzeug grünen Strom erzeugen, und damit elektrische Langstrecken-Lkw oder Busse betreiben; auch ein Einsatz für Baumaschinen oder Industrie-Anlagen ist möglich und geplant.

Die Dekarbonisierung unserer Industrie ist eine Herkulesaufgabe. Sie kann nicht von einem Unternehmen allein geleistet werden. Auf einigen wichtigen Themenfeldern müssen wir mit den richtigen Partnern zusammenarbeiten. Vor diesem Hintergrund planen Daimler und Volvo ein Joint Venture, um die Entwicklung und Massenproduktion von Brennstoffzellen gemeinsam anzugehen. Die Zustimmung der zuständigen Behörden steht noch aus.

Beide Unternehmen verbindet die Vision, den zukünftigen Transport nachhaltig zu gestalten. Durch unsere Zusammenarbeit wollen wir vor allem drei Potenziale heben:

Erstens – gemeinsam können wir schneller Ergebnisse erzielen. Schon in der zweiten Hälfte der 2020er Jahre wollen wir die Brennstoffzellentechnologie reif für die Großserie haben – und zwar mit der Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit, die unsere Nutzfahrzeugkunden von all unseren Produkten und Technologien erwarten.

Durch die Serienreife wollen wir auch Akzeptanz für und Vertrauen in die Brennstoffzelle schaffen; und eine breite Akzeptanz in Industrie und Gesellschaft sind die zwingende Voraussetzung dafür, dass diese Technologie zu einer festen Größe beim CO₂-neutralen Transport wird.

Zweitens – wir werden bestehende Erfahrungen bestmöglich nutzen. Denn was die Brennstoffzelle angeht, starten wir nicht bei Null, im Gegenteil. In den vergangenen Jahrzehnten wurde bei Daimler bereits viel Wissen für die Entwicklung und Produktion dieser Technologie gesammelt, es wurden viele Test-Kilometer in Pkw und Nutzfahrzeugen zurückgelegt. Lkw und Busse sind im Wortsinne das perfekte Vehikel, um diese Technologie jetzt zur Serienproduktion zur bringen.

Drittens – wir können mit diesem Joint Venture die nötigen erheblichen Investitionen gemeinsam schultern, die in den kommenden Jahren anfallen werden. Um die Brennstoffzelle in dem von uns geplanten, ambitionierten Zeitrahmen wirtschaftlich produzieren können, brauchen wir Skaleneffekte und weitere Größenvorteile, die sich durch unsere Kooperation ebenfalls ergeben.

All dies sind gute Gründe, warum Daimler und Volvo bei dieser Technologie zusammenarbeiten – und weiterhin Wettbewerber in allen anderen Bereichen bleiben.

Um diese Pläne in die Tat umzusetzen, bündelt Daimler seine konzernweiten Kompetenzen und Kapazitäten auf diesem Gebiet innerhalb der Daimler Truck AG und ruft eine neue Organisation namens Daimler Truck Fuel Cell ins Leben. In ihr werden alle Teams zusammengeführt, die schon heute an diesem wichtigen Thema arbeiten: bei der bisherigen Daimler-Tochter Mercedes-Benz Fuel Cell GmbH, bei Mercedes-Benz Canada Fuel Cell und bei der Mercedes-Benz AG. Dort wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten umfassendes Know-how rund um Entwicklung und Produktion der Brennstoffzelle aufgebaut. Wir freuen uns, dass wir diese wertvolle Expertise in das geplante Joint Venture einbringen können. Daimler hat in der Vergangenheit intensiv in diese Technologie investiert. Daimler Trucks wird, wie Volvo, diese Investitionen fortführen.

Mit der neuen Daimler Truck Fuel Cell gehen wir also ein ambitioniertes Vorhaben an, nicht nur technologisch, sondern auch zeitlich und finanziell. Aus diesem Grund sind wir überzeugt, dass der Schulterschluss von Daimler und Volvo der richtige Schritt ist – für uns, für unsere Kunden und für unsere Gesellschaft.

Die Zusammenarbeit ist auch ein Aufruf an andere uns zu folgen. Wir bekennen uns durch diese Partnerschaft klar dazu, die Brennstoffzellen-Technologie zum Einsatz zu bringen. Um CO₂-neutrale Fahrzeuge wirklich wettbewerbsfähig zu machen, wird es zudem auch staatliche Lenkungseingriffe brauchen, die die Kostennachteile von CO₂-neutralen Fahrzeugen ausgleichen; ordnungspolitische Maßnahmen braucht es weiterhin mit Blick auf eine geeignete Infrastruktur, in der der Wasserstoff erzeugt, gespeichert und verteilt werden kann.

Einen CO₂-neutralen Transport können wir nur im breiten Schulterschluss erreichen. Lassen Sie uns diese Aufgabe gemeinsam angehen.

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